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Auf der Suche nach den besten Bieren der Welt

Obwohl wir nicht allzu vom Leben von Saint Patrick wissen, so wissen wir, dass es das eines heiligen Reisenden war, das als Inspiration für Mönche und Pilger dient(e). Da nun ein weiterer schaumiger St. Patrick´s Day vorbeigegangen ist, scheint eine weitere Pilgerreise angemessen: eine Suche nach den besten selbstgebrauten Bieren der Welt. Wir haben dafür unseren hauseigenen Experten angezapft, um uns auf eine Entdeckungsreise zu den mutigsten Pionieren in Sachen Braukunst mitzunehmen – vom Mönchskloster zur Metropole nach Michigan ermittelt er für uns die besten Biere und erklärt, was sie so außergewöhnlich macht.

Andechser Doppelbock Dunkel
Andechs, Deutschland | Doppelbock, 7.1% Vol. Alkohol, Klosterbrauerei Andechs

Doppelbock-Liebhaber, sucht nicht weiter: das ist der Inbegriff des deutschen Biers; von Mönchen gebraut, gehaltvoll und wie eine malzige Mahlzeit im Glas. Das Heilige Bier für den Heiligen Berg, wenn man so will; und definitiv den Aufstieg von der S-Bahnstation Herrsching durch den Wald und den Berg hoch wert. Das Kloster Andechs ist quasi die zum Leben erwachte Definition der jahrhundertealten, bayrisch benediktinischen Gastlichkeitstradition. Das Bier macht sich auch gut als Nachtisch, wenn es mit den Schweinshaxn kombiniert wird, die hier pro Kilo im angrenzenden Restaurant serviert werden – so sehen wir das zumindest. Und so schreitet man dann auch satt wieder von dannen.

Wir empfehlen dieses Ausflugsziel für einen Tagestrip von München aus anzusteuern. Vom Hauptbahnhof ist man schnell dort und wieder zurück. Das Flushing Meadows bietet Boutique-Studiozimmer in einem erfrischend kontinentalen Design und eine Dachterrassenbar für einen Schlummertrunk mit Blick auf die Alpen. Das Sofitel Munich Bayerpost bekommt unsere Empfehlung wegen des eleganten Spas und der Fitnesseinrichtung, um das Schwelgen ein wenig auszugleichen.

Trappist Westvleteren 12 (XII)
Vleteren, West Flanders, Belgium | Quadrupel, 10.2% Vol. Alkohol, Brouwerij Westvleteren

Wie es manchmal so ist, sind die besten Biere der Welt häufig die am schwersten zu findenden. So verhält es sich beispielsweise mit dem Westvleteren XII – oder auch „Westy“ wie richtige Bier-Geeks es nennen – dessen bescheidene Produktion sich an dem uralten Konzept der Trappisten orientiert. Nichtsdestotrotz ermuntern wir jeden auf diese Suche zu gehen, da dieses kopflastiges Gebräu so komplex im Charakter ist, dass es schon etwas spirituelles hat; die Gewürznoten sind perfekt ausgewogen mit fruchtigen Tiefen – ein Produkt diverser Hefesorten, die allesamt mit ausreichend Alkohol angereichert wurden, um einen selbst in der kältesten Nacht von Innen aufzuwärmen. Es gibt ein Gasthaus für Bierproben, aber man sei gewarnt: man kann die Abholung des Biers nur per Telefon vereinbaren und nur größere Mengen bestellen.

So ernüchternd wie die Geschichte auch sein mag, begrüßt Ypern ganz in der Nähe den angetrunkenen Gast im Main Street Hotel, einem Juwel von Boutique-Hotel mit nur sechs zauberhaften Zimmern. Noch wunderlicher, wenn man das überhaupt glauben kann, ist Gistel´s Spoor 62, das nur zwei Zimmer umfasst und sich in einem historischem Bahnhof befindet. Hier findet man prall aufgeschüttelte Betten und Garten-Romantik. Wenn man schon einen Kater haben muss, dann ist das der Ort, um sich zu erholen.

Xyauyù Fumè
Rom, Italien | „Couch Beer“/Barleywine, 14.0% Vol. Alkohol, Baladin

Biere wie dieses hier existieren nicht… bis sie es eben tun. Meisterbrauer (und verrückter Wissenschaftler?) Matterina „Teo“ Musso ist ein absoluter Vorreiter, der sein „wie mache ich Bier“-Wissen in seinem Kopf in dieses schaum- und kohlensäurefreie „couch beer“ verwandelt hat, das langsam und bedeutungsvoll geschlürft werden sollte. Nichts ist heilig: es ist top-fermentiert, makro-oxidiert und für den torfigen Geschmack in ehemaligen Scotch Whiskey Eichenfässern gereift. Die Promilleangabe ist auch kein Tippfehler, wie man schnell herausfindet, wenn das furchtlose, dunkle und starke Bier auf den Gaumen trifft. Das beste an allem, ist der Umstand, dass es unter Baladin’s Schirmherrschaft produziert wird und damit nicht nur in ausgewählten Orten Italiens verfügbar ist, sondern man es auch in Eataly in New York City erwerben kann

G-Rough stellt die gleiche grenzenlose Experimentierfreudigkeit zur Schau womit grundverschiedene, italienische Stile voller Gelassenheit nebeneinander existieren; irgendwie passend bei so einem den Kopf verdrehenden Bier. Ansonsten kann man mal die Gigli d’Oro Suite ausprobieren, um vor Rom´s steifer Masse zu entfliehen und in Ruhe in hoch ästhetischer Umgebung sein Bier zu schlürfen – sehr wahrscheinlich in einem Sorgen vertreibenden Whirlpool.

IPA
Córdoba, Andalusia, Spain | IPA, 6.3% Vol. Alkohol, Califa

Man kann es mögen oder nicht, aber Indian Pale Ale ist definitiv ein U.S. Amerikanisches Phänomen. Das Califa’s setzt alles daran das zu ändern und den Stil mit diesem vollen, andalusischen Angebot wieder Richtung Osten zu bringen. Dabei werden Wasser und Malz mit einem Ausdruck von “beer terroir“ angezapft. Es hat einen vollen Körper – versehen mit einem kräftigen, malzigen Rückgrat – plus das erwartete Galaxy-Hopfen und ein Profil von tropischen Früchten, das für Nase und Mund gleichermaßen eine angenehme Erfahrung ist. Das ist handwerkliches Bier richtig gemacht: keine Limitierung auf die pazifische Nord-West-Persönlichkeit und zu gleichen Teilen exotisch und wärmend persönlich in einer Flasche. Man sollte es genauso probieren wie die anderen Biere im Angebot von Califa´s Brauereikneipe im zentralen Córdoba und mit einem Menü kleiner Vorspeisen genießen.

Neben der Tatsache, dass sich das Hospes Palacio del Baílio’s nur einen kurzen Spaziergang vom Califa entfernt befindet, spricht für dieses Hotel der spezielle Charme, der durch das Zusammentreffen von maurischen Einflüssen und einer Hacienda-Ästhetik entsteht. Das Hotel bietet einen angenehm meditativen Kontrapunkt für einen entspannten Nachmittag, den man schwimmend oder mit einer Siesta verbringen kann. Das Hotel Viento 10 hingegen bringt den kundschaftenden Betrunkenen in die Nähe von Córdoba’s historischen Stätten: das jüdische Viertel, die Moscheen-Kathedrale, die Aussichten auf den Fluss und so weiter und so fort.

La Roja — Grand Reserve
Dexter, Michigan, USA | American Wild Ale, 8.0% Vol. Alkohol, Jolly Pumpkin Artisan Ales

Wir wollen keinen falschen Eindruck abgeben; die Staaten kriegen einiges gut auf die Reihe – nicht zuletzt dieses wilde und freie Exemplar eines Querdenkers mit dem Namen “Captain Spooky Ron J”. Ein weiteres Schwergewicht im Stil Flanderns. La Roja bildet diese auf dem Teppich gebliebene, Scheunen-Verrücktheit aus einer Lagerung im Fass von bis zu zehn Monaten ab und produziert dadurch eine einzigartige Erdigkeit und Säure mit Noten von Karamell und Frucht. Es versteht sich von selbst, dass es ungefiltert und nicht pasteurisiert ist. Nichts eignet sich besser als Ziel für einen Streifgang durch die Kirschhaine und Weinberge als die Brauereikneipe Jolly Pumpkin auf der Halbinsel Traverse City’s Old Mission. Lake Michigan sah noch nie besser aus.

Das Bier wird zum Glück an einem Ort hergestellt, an dem es sich auch probieren lässt. Im Anschluss lässt es sich in Detroit im Trumbull & Porter gut aushalten. Wir sollten sagen „neues Detroit“, falls das Hotel mit seinem einnehmendem, industriellen Chic und seinem vibrierenden Biergarten eine Indikation für den Rest sein darf. Das The Townsend Hotel ist im nahegelegenen Birmingham verankert und bietet eine zeitlose, fast schon britische, hochklassige Qualität.

Union Jack IPA
Paso Robles, California, USA | American IPA, 7.5% Vol. Alkohol, Firestone Walker Brewing Company

Wir geben zu, dass die Westküste aggressiven Hopfen besser kann als die meisten anderen Orte. Und zwar bis zu dem Punkt, wo es nicht mehr um Balance geht, sondern um ein Rennen der untrinkbaren Sorte. Aus dieser Kakophonie tritt Union Jack selbstbewusst hervor und nickt der kolonialen Geschichte zu so wie es auch der britische Co-Gründer der Firestone Brauerei macht. Es gibt diese klassische Indian Pale Ale Bitterkeit aber auch süße, malzige Elemente. Mancher Schluck schmeckt sogar nach einem mutigen Grapefruit-Bier, ein anderer dann wieder nach einer kupfernen Ode an die kalifornischen, majestätischen Pinien. Amateure sollten sich in Acht nehmen: es ist allzu leicht von einer eintönigen, uninspirierten Erfindung zu einem lauten, nach Küchenwaschbecken schmeckenden Durcheinander zu geraten. Hier sieht man, wie man diesen Drahtseilakt meistert.

Machen Sie einen kleinen Abstecher von der Route 101 zum Highway 1, um in der Cambria Beach Lodge zu übernachten und den speziellen Geschmack von Union Jack zu erfahren; Gäste erhalten bei der Ankunft ein „Abenteuer-Set“, mit dem sie allerlei Outdoor-Aktivitäten ausüben können. Oder bleiben Sie auf der 101 und machen Sie es sich im Granada Hotel & Bistro gemütlich.

Hitachino Nest White Ale
Naka, Ibaraki Prefecture, Japan | Witbier, 5.5% Vol. Alkohol, Kiuchi Brauerei

Wir sind regelmäßig verblüfft wie sich eine solch heterogene Mischung von Getränken unter die Überschrift „Bier“ fassen lässt. Kiuchi’s Belgisches Witbier im japanischesn Stil könnte sich nicht stärker von den dunklen, schweren Bieren unterscheiden, die wir oben aufgelistet haben. Dunstig golden mit einer fingerbreiten Schaumkrone stellt dieses Ale die Seele der Lebenskraft und der Vielseitigkeit dar. Sauber und befriedigend klar tanzen die Aromen und Geschmacksrichtungen zwischen Orangenschale, weißem Pfeffer und scharfem Koriander. Das ergibt eine exzellente Kombination zu den salzigen Gerichten der Region, die aus Rind und Nudeln bestehen. Das Bier ist aber bereits auf den universellen Zug aufgesprungen: es ist in vielen Bars in Tokio und San Francisco vertreten und wird von Bier-Zulieferern auf der ganzen Welt verbreitet.

Claska nimmt diese elegante, kosmopolitische Note im feinen Meguro-Stil auf und beweist damit, dass es zwischen den Wolkenkratzern in Tokio ausreichend Raum für die Philosophie von Boutique-Design gibt. Dabei ist gar nichts gegen die Wolkenkratzer einzuwenden; das Park Hotel Tokyo beweist, dass der Vermählung von Techno-Futurismus und coolen, ausgewählten, zeitgenössischen Buden nichts im Wege steht.

Unser besonderer Dank gilt Josh Cotton, einem Heim-Brauer aus Brooklyn, der uns bei der Erstellung dieses Beitrags sehr geholfen hat.

Haben Sie ein besonderes, selbst gebrautes Bier genossen und würden dieses gern unseren anderen Lesern empfehlen? Bitte teilen Sie Ihre Erfahrungen

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